Energie für die Industrie: Preise, Flexibilität und Dekarbonisierung
06. Oktober 2026
Online - 9.00 bis 12.30 Uhr
Die Industrie ist sowohl in Deutschland als auch in Frankreich nach wie vor stark von fossilen Energieträgern abhängig. In Frankreich wird der Energiemix der Industrie von Gas und Strom dominiert. Ihr Anteil lag im Jahr 2024 jeweils bei 36 %, gefolgt von Erdölprodukten mit einem Anteil von rund 10 %. Im selben Jahr war in Deutschland Gas die wichtigste Energiequelle in der Industrie. Es machte 29 % des Energieverbrauchs der Industrieunternehmen aus. Es folgten Strom mit 21 %, Erdölprodukte mit 16,5 % und schließlich Kohle mit 14,5 %.
Abgesehen von der Klimakrise, der es zu begegnen gilt, sieht sich die Industrie aufgrund dieser Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen den geopolitischen Spannungen und der Volatilität der Energiepreise ausgesetzt. Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten seit Februar 2026 hat die anhaltende Anfälligkeit der Energiemärkte erneut deutlich gemacht, während manche Folgen der Energiekrise von 2022 im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine weiterhin anhalten. Ende April 2026 hatte die Europäische Union aufgrund des seit März 2026 zu verzeichnenden Preisanstiegs bereits 24 Mrd. € zusätzlich für ihre Energieimporte ausgegeben. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission den Plan AccelerateEU vorgestellt, um den Anstieg der Energiekosten zu begrenzen, den Ausbau sauberer Energien zu beschleunigen und die Energieversorgungssicherheit der Union zu stärken.
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Energiekosten und zur Dekarbonisierung der Industrie beinhalten vor allem die Entwicklung von Flexibilitätslösungen und beruhen auf der Schaffung geeigneter Förderregime. Beispiele hierfür sind der Industriestrompreis in Deutschland oder die Verträge zur Zuteilung von Kernkraftwerkserzeugung (Contrats d’allocation de production nucléaire, CAPN) in Frankreich.
Im Rahmen der Konferenz am 6. Oktober werden insbesondere folgende Fragen behandelt:
- Welche Folgen haben die verschiedenen Energiekrisen für die Industrie?
- Welche nationalen Prioritäten und Fördermaßnahmen wurden eingeführt, um den Ausstieg aus fossilen Energien zu begleiten und die Dekarbonisierung der Industrie in Deutschland und Frankreich zu beschleunigen?
- Welche Dekarbonisierungstechnologien und Flexibilitätslösungen sind mittelfristig für die verschiedenen Industriezweige relevant?
- Wie können Industrieunternehmen diese Übergänge finanzieren und wie könnte der regulatorische Rahmen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich verbessert werden?

